Gmunden

Die Römer nannten den Traunsee, an dessen nördlichen Ende sich die heutige Bezirkshauptstadt Gmunden befindet, „Lacus felix“, den „glücklichen See“. Durch die günstige Lage am Ausfluss der Traun aus dem Traunsee stieg Gmunden im 11.Jahrhundert zum wichtigen Salzumschlagplatz auf. Im Kammerhof (heute Museum) residierte der Salzamtmann, der höchste Beamte des Salzkammergutes. Die Bürgerhäuser, Salzfertigerhäuser, Zunft- und Handwerkerhäuser und vor allem das Renaissance-Rathaus am ehemaligen Trauseehafen zeugen von der reichen Vergangenheit. Was bedeuten Kufer, Küfeln, Trauner, Salzfertiger? Wo begann die Pferdeeisenbahn nach Böhmen? Wo kann man den berühmten Dreikönigsaltar von Thomas Schwanthaler bewundern? Was geschah im Schloss Orth auf der Insel im See? Wo kann man den ältesten Raddampfer der Welt sehen? Wo befindet sich die längste Esplanade Österreichs? Wie entsteht und wo kann man die berühmte Gmundner Keramik kaufen? Auf all diese Fragen und viele andere erhalten Sie Antwort bei unserem Spaziergang durch Gmunden.

Traunkirchen

Ganz in der Nähe zweier heidnischer Kultstätten am Sonnstein und Johannesberg wurde Anfang des 11. Jahrhunderts an einer berückend schönen Stelle am Ufer des Traunsees das erste Kloster des Salzkammergutes errichtet. Heute ist Traunkirchen vor allem wegen der barocken Fischerkanzel in der Pfarrkirche, dem schönen Friedhof und der Seeprozession zu Fronleichnam ein viel besuchter Ort.

Bad Ischl

Im Herzen des Salzkammergutes entwickelte sich nach 1830 der kleine Markt Ischl an den Flüssen Traun und Ischl rasant zur ersten Adresse des mondänen Kurlebens der österreichischen Monarchie. Den Ischler Solebädern verdankte der vorletzte Habsburger Kaiser, Franz Joseph I., sein Leben. Drei weitere „Salzprinzen“, seine Brüder, sollten folgen. In Ischl verliebte sich Franz Joseph in seine Cousine Elisabeth, Prinzessin in Bayern - seine „Sisi“-, hier verlobten sie sich und hier sahen sie sich vor der Ermordung Elisabeths zum letzten Mal. 86 Jahre alt wurde der Kaiser, 68 Jahre hat er regiert und die meisten Sommer seines Lebens verbrachte er in Ischl. Seine Sommerresidenz befand sich in der Ischler Kaiservilla und viele gekrönte Häupter, Politiker, Angehörige des Hochadels, aber auch Komponisten, Maler, Schriftsteller genossen die Nähe zum Hof und die Annehmlichkeiten eines kleinen, beschaulichen Kurortes inmitten einer paradiesischen Landschaft.

Wir schauen uns an, wo regiert wurde, wo die illustren Gäste wohnten, kurten, promenierten, ins Theater gingen, das Kasino besuchten, sich mit Sesselträgern auf Berge tragen ließen, Karten spielten, malten, komponierten. Und wie die Gäste während der Kaiserzeit werden Sie den süßen Versuchungen in der Konditorei „Zauner“ wohl nicht widerstehen können.

St.Gilgen

Sie spazieren mit mir durch den bezaubernden Ortskern von St. Gilgen, das sich stolz „Mozart-Dorf“ nennt. Unterwegs erkläre ich Ihnen, was St. Gilgen mit dem französischen Ort Saint Gilles zu tun hat. 

Den Erholungswert dieses kleinen Ortes am Westufer des Wolfgangssees haben viele berühmte Gäste entdeckt, darunter die Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler, Thomas Mann, Marie Ebner-Eschenbach, der deutsche Arzt Theodor Billroth, die Schauspielerin und Freundin von Kaiser Franz Joseph, Katharina Schratt, und der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl.

Wir besuchen das Heimatmuseum mit einer interessanten Klöppelspitzen-Sammlung, das Mozart-Haus und das Musikinstrumentenmuseum der Völker. Dort sind ca. 2000 Musikinstrumente aus der ganzen Welt zu sehen und Sie werden von diesem ungewöhnlichen Museum begeistert sein: Askold zur Eck, Kustos des Museums und begnadeter Musikant, wird etliche der exotischen Instrumente erklären und spielen. www.hoerart.at

Nach unserem Spaziergang können Sie mit dem Schiff nach St. Wolfgang fahren oder mit der Seilbahn auf das Zwölferhorn, wo Sie in einer Höhe von 1522 m einen herrlichen Rundblick genießen werden.

St. Wolfgang

Im Mittelalter war St. Wolfgang nach Rom, Santiago di Compostela, Aachen und Einsiedeln die wichtigste Pilgerstätte Europas. Wer aber war der Regensburger Bischof Wolfgang und warum hat er 976 die erste Kirche an jener Stelle erbaut, wo wir heute in der gotischen Wallfahrtskirche den „Pacher-Altar“, einen der schönsten spätgotischen Schnitzaltäre, bewundern können? Das erfahren Sie und auch die Geschichte und Geschichten rund ums „Weiße Rössl am Wolfgangsee“. Mit der Zahnradbahn können Sie zum ersten Hotel in den Alpen auf dem Schafberg fahren. Bei schönem Wetter sind einige der über 70 Seen des Salzkammergutes zu sehen, mit etwas Glück sogar der bayerische Chiemsee.

Eine ganz besondere Stimmung verströmt St. Wolfgang an den Wochenenden der Adventszeit.

Hallstatt

Um den einmaligen Zauber von Hallstatt zu spüren, muss man ein Schiff besteigen und den Ort vom See aus sehen: die Häuser schmiegen sich wie Schwalbennester an den Steilhang. Hinter den Häusern steigt ein dunkler Hochwald auf, stürzt von steilem Felsen ein Wasserfall herunter. Unten am See grüßt der schlanke Turm der evangelischen Pfarrkirche und oben auf einem Bergvorsprung thront der mächtige Bau der katholischen Kirche mit dem malerischen Friedhof und dem berühmten Beinhaus. Nach einem Spaziergang durch die idyllischen Gassen unternehmen Sie im hochinteressanten Museum eine Zeitreise über 7000 Jahre von den Anfängen bis zur Gegenwart. Mit der Standseilbahn fahren Sie zum ältesten Salzbergwert der Welt und zum Gelände des Gräberfeldes der „Hallstatt-Zeit“. Von der Terrasse des Restaurants am Rudolfsturm genießen Sie die grandiose Aussicht auf den See und den Dachstein.

Mondsee

Mit der Gründung eines Benediktinerklosters am Mondsee durch den Baiernherzog Odilo 748 begann die zweite Christianisierung des heutigen Gebietes Österreich. Aber schon um 3000 v. Chr. lebten Menschen vom See und auf dem See und hinterließen nicht nur Spuren ihrer Pfahlbauten, so dass Fachleute von der „Mondseekultur“ sprechen. Dann kamen Kelten, Römer, Völker aus Asien und schließlich die Bajuwaren in diese faszinierende Landschaft am See mit der Drachenwand und dem Schafberg. Lassen Sie sich von mir einführen in die Geschichte und Kultur des Ortes: im Pfahlbaumuseum, im Rauchhaus, am Marktplatz mit den wunderschönen Häusern mit der bayerischen Lüftlmalerei und in der päpstlichen Basilika. In der gotischen Kirche finden wir die sieben barocken Schnitzaltäre von Meinrad Guggenbichler, der in den Gesichtern der unzähligen Putti wohl seine sieben Kinder verewigt hat. Vor dem Hauptaltar fand die Hochzeit im Film „Sound of Music“ statt und vor der barocken Zweiturmfassade agieren im Juli und August Einwohner Mondsees im „Mondseer Jedermann“.

Copyright © Mechthild Lena Latzin, 2011